07.12.12 | 16:41 Uhr | Startseite

14. Dezember 2012, 18.30 Uhr − Vom Klassenkampf zur S-Klasse − eine deutsch-chinesische Retrospektive

China vor 40 Jahren: Für viele in der deutschen Linken galt China als eine Hoffnung, ja sogar eine Alternative. Für viele Chinesen  hingegen war es ein großes, lebensgefährliches Chaos. China heute: Inzwischen finden die meisten deutschen Linken das boomende China zu schnell und zu kapitalistisch. Vielen Chinesen ist Europa zu langsam und zu sozialistisch. Reden Chinesen und Deutsche also noch immer aneinander vorbei?

Uwe Kräuter

Uwe Kräuter

Uwe Kräuter – geboren 1945 in Hitzacker an der Elbe, floh 1974 nach China. Er war wegen einer gewalttätigen Demonstration gegen den Vietnamkrieg verurteilt worden. Seitdem lebt er in Peking. Heute ist der ehemalige Maoist ein erfolgreicher Filmproduzent, mit einer bekannten chinesischen Schauspielerin verheiratet und gilt als der am längsten in China lebende Deutsche. Jüngst hat Kräuter ein Buch über sein Leben im Herder Verlag veröffentlicht. Es hat den Titel: „So ist die Revolution, mein Freund.“

 

Tilman Spengler

Tilman Spengler

Tilman Spengler – geboren 1947 in Oberhausen, ist Sinologe, Schriftsteller („Der Maler von Peking“), Journalist und ehemaliger Mitherausgeber der Zeitschrift Kursbuch. Spengler kennt China seit dem Todesjahr Mao Zedongs 1976 und ist seitdem regelmäßig dort, auch als Mitglied offizieller Regierungsdelegationen. Spengler schätzt China und wird in China geschätzt. Seit er 2010 eine Laudatio auf den Literaturnobelpreisträger Liu Xiaobo gehalten hat, ist das offizielle China über ihn verstimmt.

Moderation: Frank Sieren, 1967, Autor („Angst vor China“), Dokumentarfilmer und China-Korrespondent des „Handelsblatts“. Er lebt seit 18 Jahren in Peking.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Anmeldung unter: external.galinat@bosch-stiftung.de (Frau Charlotte Galinat)

Freitag, 14. Dezember, Beginn: 18:30
FR-Forum Karl-Gerold-Platz 1 (Navigation: Textorstr. 35)
Einlass: 18.00 Uhr

Der Eintritt ist frei.


06.12.12 | 22:31 Uhr | Startseite

3. Dezember 2012 – Chinas digitale Revolution

Mit mehr als 500 Millionen Internetnutzern ist China einer der dynamischsten Onlinemärkte der Welt. Insbesondere die jüngere Generation und die wachsende Mittelschicht treiben dies weiter voran. Zugleich grenzt sich China aber durch umfangreiche Internetzensur und Marktbeschränkungen von internationalen Entwicklungen ab.

Während der reguläre Zugang zu Facebook und Twitter weiterhin gesperrt bleibt, florieren chinesischen Mikroblog-Anbieter wie Sina Weibo oder Tencent umso stärker. Auf Weibo diskutiert die chinesische Netzgemeinde hitzig auch über sensible Themen wie Korruption, Umweltverschmutzung und den Alleinvertretungsanspruch der Kommunistischen Partei. Was bedeuten diese Entwicklungen für die chinesische Gesellschaft? Welche Dynamiken sind zu beobachten? Ist die digitale Revolution eine Gefahr für die politische Stabilität?

Über diese und weitere Fragen diskutierten Li Yuan, Redaktionsleiterin, Wall Street Journal China, Peking, und Sven Hansen, Auslandsredakteur, Asien, tageszeitung (taz), Berlin. Die letzte Veranstaltung der Dialogreihe „Magnet China“ im Körber Forum wurde von Jeanette Hofmann, Direktorin, Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, Berlin, moderiert.

Sven Hansen unterstrich, dass die Entwicklungen im chinesischen Internet von zwei Seiten betrachtet werden könnten. Sie hätten eine stabilisierende Funktion, weil sie zum einen nicht nur ein Instrument der Zentralregierung in Peking darstellten, die lokale Regierungsebene besser zu kontrollieren, sondern zum anderen auch eine Ventilfunktion einnähmen. Die Hoffnung der Kommunistischen Partei sei es dabei, dass Bürger mit der Möglichkeit ihrem Ärger über vorhandene Missstände online Luft zu machen, nicht zum Massenprotest auf die Straßen gingen. Andererseits würden die Onlineaktivitäten aber durchaus das Potential in sich tragen, sich langfristig auch gegen das Regime zu richten und damit das politische System ins Wanken zu bringen.

Li Yuan konnte mit Beispielen aus dem täglichen Leben als chinesischer „Netizen“ und den Tricks und Kniffen im Umgang mit der allgegenwärtigen Zensur einen lebendigen Einblick in die chinesische Netzwelt bieten. Sie zeigte sich durchaus optimistisch, dass das Internet und soziale Medien zentrale Instrumente im Kampf für Partizipation und Meinungsfreiheit seien. Li Yuan berichtete über die Themen, die derzeit in China am intensivsten diskutiert werden und unterstrich, dass gerade im Bereich der Korruptionsbekämpfung die direkte und zeitnahe online Berichterstattung einen unschätzbaren Beitrag leisten könnte.


13.11.12 | 16:19 Uhr | Startseite

6. Dezember 2012, 17 Uhr − Neue Führung, neue Wege? Der Generationswechsel an Chinas politischer Spitze

Der aktuelle Führungswechsel in der kommunistischen Partei hat erhebliche Konsequenzen für Chinas nationale und internationale Entwicklungsperspektiven. Die neue Partei- und Staatsführung wird sich sehr viel stärker als ihre Vorgänger mit Chinas veränderter Rolle im 21. Jahrhundert auseinandersetzen müssen. Asiens Wirtschaftslokomotive ist auf dem Weg zur Weltmacht. In der Außenpolitik muss sich Chinas Führung ihrer wachsenden Verantwortung in der internationalen Gemeinschaft stellen. Innenpolitisch muss sie die negativen Begleiterscheinungen des atemberaubenden Wirtschaftsbooms eindämmen: Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, die Umweltzerstörung, die notorische Korruption und das schwindende Vertrauen der Chinesen in ihre staatlichen Institutionen.

Wer sind die Politiker, die China in den nächsten Jahren regieren werden? Sind sie den vielfältigen Herausforderungen gewachsen? Welche Folgen hat der Führungswechsel für Chinas Außenpolitik? Und wie soll der Westen der neuen Partei- und Staatsspitze begegnen?

Über den Führungswechsel in China diskutieren:

Minxin Pei, Professor am Claremont McKenna College, Kalifornien

Minxin Pei

Minxin Pei, Professor am Claremont McKenna College, Kalifornien, und einer der weltweit führenden Experten für das politische System der VR China

aktueller Download: Minxin Pei, New Leaders, Old Challenges – China in Power Transition, Asia Briefings, Dezember 2012, Bertelsmann Stiftung (PDF)

 

Hans Ulrich Klose

Hans Ulrich Klose

Hans-Ulrich Klose, stellvertretender Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestags und einer der profiliertesten deutschen Außenpolitiker

 

 

 

 

Prof. Björn Alpermann, Professor für Contemporary Chinese Studies, Universität Würzburg, Sprecher des BMBF-Kompetenznetzes "Regieren in China"

Björn Alpermann

Prof. Dr. Björn Alpermann, Professor für Contemporary Chinese Studies, Universität Würzburg, Sprecher des BMBF-Kompetenznetzes “Regieren in China”

 

 

 

Die Veranstaltung wird moderiert von dem China-Korrespondenten und Buchautor Frank Sieren.

Ort: LVR-LandesMuseum Bonn, Colmantstr. 14-16, 53115 Bonn, www.rlmb.lvr.de.

Das Museum ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Es liegt in fußläufiger Nähe zum Hauptbahnhof Bonn. Weitere Hinweise zur Anfahrt unter: www.rlmb.lvr.de/service/anfahrt.

Beginn der Veranstaltung ist 17.00 Uhr. Im Anschluss an die Diskussion laden wir zu einem kleinen Imbiss ein.

Bitte melden Sie sich an unter: magnet-china@bertelsmann-stiftung.de.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich.


12.11.12 | 17:08 Uhr | Startseite

4. Dezember 2012, 19 Uhr – Quo vadis, China ? – Challenges and opportunities for China’s new leadership

Mit dem 18. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas in Peking geht die Ära von Parteichef Hu Jintao und Premierminister Wen Jiabao zu Ende. Nach zehn Jahren an der Macht hinterlassen sie ihren Nachfolgern, Xi Jinping und Li Keqiang, ein Land voller Widersprüche. Wachstum um jeden Preis – angesichts stark zunehmender Bürgerproteste und massiver Umweltschäden ist dieses Entwicklungsmodell am Ende. Doch wie weit lässt sich die neue Führung auf politische Reformen ein? Und geht es nicht nur um die Zukunft Chinas, sondern auch um die Existenz der Partei?

Diese und weitere Fragen zur neuen Führungsriege diskutieren:

Joseph Fewsmith

Joseph Fewsmith

Prof. Joseph Fewsmith, Direktor, Center for the Study of Asia, Boston University

 
 
 
 
 

Willy Lam, Professor, Chinese University of Hongkong

Willy Lam

Prof. Willy Lam, Chinese University of Hongkong

 
 
 
 
 
 

Sebastian Heilmann

Sebastian Heilmann

Prof. Sebastian Heilmann, Lehrstuhl für Regierungslehre Politik und Wirtschaft Chinas, Universität Trier

 
 
 
 
 
 

Christian Göbel

Christian Göbel

Prof. Christian Göbel, Universität Heidelberg, moderiert die Diskussion.
 
 
 
 
 
 
Im Anschluss laden wir Sie zu einem kleinen Empfang in die Bel Etage der Alten Aula.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Anmeldung unter: external.galinat@bosch-stiftung.de (Frau Charlotte Galinat)

Die Veranstaltung findet statt mit freundlicher Unterstützung des:

 
 
 
 
 
4. Dezember 2012, 19 Uhr
Ort: Alte Aula der Universität Heidelberg
Universitätsplatz 1
Heidelberg

Bitte benutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel
z.B. Buslinie 32 ab Hauptbahnhof, Haltestelle Universitätsplatz
Fahrpläne finden Sie unter: www.vrn.de


01.11.12 | 13:51 Uhr | Startseite

3. Dezember 2012, 19 Uhr – Blog, Baidu und Web 2.0: Chinas digitale Revolution

Das Internet und soziale Medien sind fester Bestandteil des Alltags von Millionen von Chinesen geworden. Mit mehr als 500 Millionen Internetnutzern ist China einer der dynamischsten Onlinemärkte der Welt. Insbesondere die jüngere Generation und die wachsende Mittelschicht treiben dies weiter voran. Zugleich grenzt China sich aber durch umfangreiche Internetzensur und Marktbeschränkungen von internationalen Entwicklungen ab: Googles Marktanteil ist im Vergleich zum chinesischen Konkurrenten Baidu gering. Während der Zugang zu Facebook und Twitter weiterhin gesperrt bleibt, floriert der chinesische Dienst Weibo umso stärker. Auf Weibo diskutiert die chinesische Netzgemeinde hitzig auch über sensible Themen wie Korruption und den Alleinvertretungsanspruch der Kommunistischen Partei. Was bedeuten diese Entwicklungen für die chinesische Gesellschaft? Welche Dynamiken sind zu beobachten? Ist die digitale Revolution eine Gefahr für die politische Stabilität?

Redaktionsleiterin, Wall Street Journal China

Li Yuan

Auslandsredakteur, die tageszeitung (taz)

Sven Hansen

Bei der letzten Veranstaltung der Dialogreihe „Magnet China“ im Körber Forum diskutiert Li Yuan, Redaktionsleiterin, Wall Street Journal China, Peking, mit Sven Hansen, Auslandsredakteur, die tageszeitung (taz), Berlin.

 

Ort

KörberForum – Kehrwieder 12
20457 Hamburg

Sie erreichen das KörberForum – Kehrwieder 12 mit der U3, Station Baumwall (Fußweg ca. 3 Minuten).
Kostenpflichtige Parkplätze finden Sie in der Straße Kehrwieder hinter der Schranke.
Informationen zu rollstuhlgerechtem Zugang unter 040 · 80 81 92 – 0.


29.10.12 | 09:47 Uhr | Multimedia

Bilder zur Veranstaltung am 4. Oktober 2012


23.10.12 | 14:05 Uhr | Multimedia

Video zur Veranstaltung „Wie stabil ist China?“ am 4. Oktober 2012

Die Diskussion um „Wie stabil ist China?“ am 4. Oktober 2012 im Körber Forum können Sie hier als Videostream nachverfolgen.


11.09.12 | 20:45 Uhr | Startseite

7. September 2012 – Partner oder Konkurrent? Chinas Aufbruch in die Green Economy

Chinas enorme Umweltprobleme haben ein Umdenken in Partei und Regierung bewirkt. Nachdem lange Zeit das Primat des Wirtschaftswachstums galt, gewinnt heute der Schutz von Umwelt und Ressourcen zunehmend an Aufmerksamkeit. Noch ist dieser Kurswechsel in China längst nicht überall spürbar. Die weitreichende Förderung von erneuerbaren Energien hat China jedoch innerhalb weniger Jahre zu einem weltweit führenden Produzenten von Solar- und Windkraftanlagen gemacht. Immer mehr deutsche Hersteller kämpfen angesichts der billigen Konkurrenz aus Fernost ums Überleben. Welche Strategie verfolgt China bei seinem Aufbruch in die Green Economy? Sind deutsche Unternehmen die Verlierer? Oder können Chinesen und Deutsche Partner sein auf dem Weg zu einer grünen Transformation der Wirtschaft?

Darüber diskutierten Prof. Siwei Cheng (ehemaliger Vorsitzender des Ständigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses der VR China), Prof. Klaus Töpfer (Bundesminister a. D. und ehemaliger Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen) sowie Stefan Riel (Wirsol Solar AG, Waghäusel/Peking) vor fast 200 Gästen am 7. September in Berlin. Es moderierte Dr. Astrid Freyeisen (Bayerischer Rundfunk).

Prof. Cheng hob zu Beginn der Diskussion hervor, dass China im Bereich der Green Economy trotz großer Fortschritte noch einen weiten Weg vor sich habe. Auf politischer und auch gesellschaftlicher Ebene finde aber bereits ein Umdenken statt, das sich zum Beispiel im aktuellen 12. Fünfjahresplan niederschlage. Weitere Anstrengungen in den Bereichen kohlenstoffarme Wirtschaft, Recycling und Umweltschutz seien jedoch dringend notwendig. Allerdings würde allzu oft die Mitverantwortung westlicher Konzerne mit ihren zahlreichen Produktionsstätten in China vergessen: Diese hätten auf Kosten der chinesischen Umwelt Profite erwirtschaftet, während China nun mit den Konsequenzen kämpfe. Darüber hinaus sei China noch immer ein Entwicklungsland mit einem – im Gegensatz zu den entwickelten Ländern – historisch betrachtet geringen Beitrag zu den globalen Umweltproblemen.

Der Interessenkonflikt zwischen Entwicklungs- und Industrieländern in der Klimadebatte, so Prof. Töpfer, habe sich seit der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 nicht wesentlich verändert: Die Entwicklungsländer pochten auf ihr Recht auf Entwicklung, was absolut nachvollziehbar sei. Die Industrieländer wiederum hätten die Bekämpfung des Klimawandels vor Augen. Um dieses Patt aufzulösen sei es wichtig, nicht länger in starren, vorurteilsbelasteten Argumentationsmustern zu verharren, die tatsächliches Handeln blockieren. Stattdessen sei es an der Zeit, sich als Kooperationspartner gemeinsamer Interessen zu verstehen. Integratives Denken sei nötig, um wirtschaftliche Entwicklung, Umwelt- und Ressourcenschutz mit einander zu verbinden.

Stefan Riel betonte das große Potential Chinas, wo der Bereich Green Economy eine wichtige Wachstumsbranche darstelle. Chinesische Firmen würden „grün“, und zwar auf eine schnelle und intelligente Weise. Deutsche Unternehmen täten daher gut daran, Teil dieser Entwicklung zu werden. Das jüngst von der EU-Kommission eingeleitete Anti-Dumping-Verfahren gegen die chinesische Solarbranche wurde von allen Referenten kritisch bewertet. Protektionismus sei der falsche Weg und werde am Ende auch den deutschen und europäischen Herstellern schaden. Cheng plädierte für eine Lösung am Verhandlungstisch. Ein Handelskrieg sei das falsche Mittel. Töpfer sagte, auch China verhalte sich in mancher Hinsicht protektionistisch. Für eine Lösung des Konflikts müssten beide Seiten auch die Vorteile des jeweils anderen im Auge behalten, um einen fairen Wettbewerb zu erzielen. Dafür sei es laut Riel notwendig, dass mehr deutsche Unternehmen Brücken nach China bauten, um dort vorhandene Geschäftsgelegenheiten partnerschaftlich zu nutzen. Intensive Kommunikation sei hierzu der Schlüssel.


04.07.12 | 11:26 Uhr | Multimedia

Video zur Veranstaltung am 26. Juni 2012

Die Diskussion um „Hegemonie oder Harmonie? Chinas internationale Ambitionen“ am 26. Juni 2012 können Sie hier als Videostream nachverfolgen.